17. Dezember - Adventsgedanken

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mit Sprüchen, besinnlichen Texten und Gedichten für die Advents-, Weihnachts- und Neujahrszeit. Schöne Adventsgedanken.

Bild-Spruch zum 17. Dezember

Schnee auf Pflanze

© Bild Monika Minder, kann für private Zwecke=offline (Karten, Mails, Basteln) gratis verwendet werden. > Nutzung Bilder

Bild-Text:

Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.

(Bertold Brecht, 1898-1956)

Gedanken zum 17. Dezember

Weil du Gott reich bist, sind auch wir reich

Wir brauchen gottverantwortliche Menschen, die sich, ob reich oder arm, nicht den Mund verbieten lassen von Umständen oder Logiken, aus denen es vermeintlich kein Entrinnen gibt.

Der Advent sorgt für Erkenntnisgewinn. Die Armen, darauf verweisen die biblischen Propheten, erkennen zuerst. Die berühmten Verse von Bertold Brecht reflektieren die Botschaft der Bibel recht gut. In Fulda fand ich sie im Sommer auf der Abdeckplane eines Bauzaunes: "Reicher Mann und armer Mann / Standen da und sahn sich an. / Und der Arme sagte bleich: / Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich".

(Bertold Brecht, Gedichte 1933-1938; in: Gesammelte Werke (GW) Band 9, Ffm. Suhrkamp 1967, hier S. 513.

Ja, die Armen merken, was fehlt, wenn keiner mehr Gott im Kommen sieht und jeder sich nur noch an sich selber freut. Sie merken das praktisch. Sie müssen von 5,10 Euro am Tag leben. Sie haben täglich das Gefühl, exkommuniziert zu sein von der Glitzerwelt, die an den dunklen Adventsabenden besonders schmerzlich ins Auge und ins Herz sticht. Was nützen einem all die Glühweinbuden, wenn man in eine Tasse des dampfenden Traditionsgetränkes zwei Drittel seines Tagesbudgets versenken muss?

Das Reden derer, die reich sind, über jene, die nichts haben oder zu wenig, muss aufhören. Das wird aber nur gelingen, wenn wir vor allen Rechnungen wieder mit Gott zu rechnen lernen. Erster Grundsatz der göttlichen Gleichungslehre: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Mein bist du!"

Ob arm oder reich: Wenn sie Gott anerkennen, haben sie einen Grund zum Gespräch miteinander, der weder von der Armut noch vom Reichtum diktiert wird. Gott holt alle, die je auf ihre Weise unzufrieden sind mit sich und der Welt und krampfhaft nach besseren Zeiten Ausschau halten, auf den Boden der Gegenwart zurück.


Wir brauchen keine Idelogien

Wir gehören der Gegenwart. Darin spricht Gott uns an, jeden mit einem eigenen Namen. Keiner hat nur Zahlenwert. Wir sind nicht dazu geschaffen, nach den Berechnungen der Ökonomen und Demoskopen zu funktionieren. Wir brauchen keine Ideologien, um uns zu begegnen. Die kommunistische nicht, die zur Schaffung eines menschenmachbaren Paradieses den Menschen letztlich als Marionette sieht, die dafür, wenn es sein muss, entsprechend verbogen werden muss. Und die kapitalistische nicht, die davon faselt, jeder müsse sich selber reich machen und den Menschen zu einer Funktion rein ökonomischer Effizienz macht.

Wir Menschen sind nicht auf uns allein gestellt. Auch Reich und Arm gehören zusammen. Der Mensch muss sich nicht einen Namen machen, sondern hat einen Namen, der bei Gott eingetragen ist. Der Mensch kann erkennen, dass er viel mehr ist als alles, was man mit ihm machen will oder was er aus sich selber machen kann. Er ist nicht etwas. Er ist jemand. Eine Person. Unverwechselbar. Wertvoll. Eigenständig. Persönlich. Unberechenbar.

Die fränzösische Gewerkschafterin und Marxismuskritikerin Simone Weil hat das unvergleichlich ausgedrückt. Sie bekannte sich lange als ungläubig, konnte ihre Wurzeln im Judentum aber nicht verleugnen. Sie wandelte sich zu einer viel zu wenig beachteten grossen Mystikerin und gläubigen Denkerin des 20. Jahrhunderts, die sich kurz vor ihrem Tod 1943 vermutlich von einer Freundin taufen liess. Sie formulierte:

"Meine Sache ist es, an Gott zu denken; Gottes Sache ist es, an mich zu denken."

Dieser Gott, so lautet die Adventsbotschaft, ist stark im Kommen. Er will alle berühren, den Nächsten zu sehen und seine Verstrickungen, sei es in Armut oder in Reichtum.

Holen wir die Armen als Praktiker der Ungleichheit mit an den Tisch. Sie können, das ist der Kern im Gedicht von Brecht, das Gespräch beginnen. Wir brauchen keine Kommissionen, die den lieben langen Tag damit beschäftigt sind, die günstigsten Konstellationen für die Zukunft zu berechnen. Wir brauchen gottverantwortliche Menschen, die sich, ob reich oder arm, nicht den Mund verbieten lassen von Umständen oder Logiken, aus denen es vermeintlich kein Entrinnen gibt. Wir brauchen Beter, die sagen: "Weil du, Gott, reich bist, sind auch wir reich." Und die es zu ihrer Sache machen, den Reichtum, den Gott schenkt, gerecht miteinander zu teilen.

(© Burder Paulus Terwitte 1959, Priester)

Quelle: The European

Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von
Bruder Paulus.

Arm - reich

Lesen wir die Tagesblätter, besonders der Großstädte, so finden wir, meist in den Wintermonaten Theater, Konzerte, Bälle, Eispartien usw. welche »zum Besten der Armen« veranstaltet werden. In diese Art der Beschaffung der Mittel zur Armenpflege tritt so recht der Egoismus unserer modernen Geldmenschen zutage. Anstatt dem armen Mitmenschen, der wohl in den meisten Fällen durch die Profitwuth des nachherigen »Wohltäters« arm wurde, direkt beizustehen, will das »mitleidige« Protzenthum zuerst sein Vergnügen haben, zuerst glänzen, zuerst Gelegenheit zur Anknüpfung aller möglichen Verhältnisse haben und dann, wenn tausende Mark im Kleiderputz, im Spiel, im Trunk, und wohl auch in Dingen, die das Licht scheuen, verjubelt worden sind, dann können ja vielleicht noch immer einige Hundert für die Armen abfallen. Brosamen von der Tafel des reichen Prassers.

(Autor unbekannt; Quelle: aphorismen.de)






Schöne Gedichte

Freud und Leid

Die Beute meines Glücks war arm,
Und dennoch war ich reich genug;
So reich als einer, der im Arm
Des Schicksals schönste Schätze trug.

Denn was mein Glück so gross gemacht
Und ihm so goldnen Schimmer lieh
Und es umwob mit Märchenpracht,
War – meine Kinderphantasie.

Vielleicht war alles, was ich fand
Und selig heimwärts trug im Schoss,
Nur leeres Spielzeug, Flittertand,
Und bunte kalte Kiesel bloss.

Doch all das nahm ich wie ein Kind
Für Perlen und Dukatenstück' –
Nicht was des Lebens Dinge sind,
Was sie uns gelten, ist das Glück!

(A. de Nora 1864-1936), Pseudonym für Anton Alfred Noder, deutscher Arzt und Dichter)

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Willst du aus der Flut mich retten

Willst du aus der Flut mich retten,
Frag' nicht, wo hinein ich fiel;
Wo ich jetzt zu Grunde sinke,
Das sei deines Auges Ziel.

Reicher, frage nicht den Armen,
Wie er arm geworden ist,
Willst du fragen, frag' dich selber,
Wie du reich geworden bist!

(Wilhelm Müller 1794-1827, deutscher Liederdichter)

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Paulus Terwitte
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