Jetzt singt man wieder,
wie letztes Jahr dieselben Lieder.
O du fröhliche tropft's aus jedem Augenpaar,
dabei wird nur der Truthahn gar.

(© Monika Minder)

Lustige Weihnachtsgedichte

Zum Vortragen an einer Weihnachtsfeier oder für Geschenke und Karten, diese lustigen Weihnachtsgedichte sorgen für ein Schmunzeln. Schliesslich heisst es ja Frohe Weihnachten. Auf dieser Seite erhalten Sie besinnliche lustige Weihnachtsgedichte für Kinder und Erwachsene. Moderne neue sowie alte bekannte Advents- und Weihnachtsgedichte, kurze und lange.

Advent

Es lächeln die Tännlein, die Kerzlein blinken,
leis die ersten Flöcklein herniedersinken.
Auf den kleinen grünen Wipfeln
wachsen langsam weisse Zipfel
und aus den Häuserfenstern spricht
zum dunklen Wald ein warmes Licht.

Im ersten Haus kniet bei Kerzenschimmer
der kleine rotbackige Schlingel.
In dieser kalten Winternacht
hat er sich einen Streich ausgedacht.
Und als das Rehlein ging zur Ruh,
stibitzte er der Eltern ihre Schuh,
stellte sie in die Kälte vor das Haus
und füllte sie mit Wasser aus.

Am Morgen ist alles tiefverschneit,
doch der kleine Schlingel steht schon bereit:
"Der Weihnachtsmann war da!"
Er zeigt auf die Schuh und singt traritrara.
"Er wollte uns eine Freude machen
mit all den guten und süssen Sachen,
aber die Schuhe sind mit Eis gefüllt;
Ich hörte den Hund, er hat laut gebrüllt,
und der Weihnachtsmann ist mit seinem Schlitten
gleich wieder davongeritten."

Die Eltern nicken und lächeln leise:
"Sicher ist er schon wieder auf grosser Reise."

Drinnen in der warmen Stube stehen Plätzchen bereit,
die Katze blinzelt, ein Kerzlein brennt -
es ist Advent.

(© Monika Minder)

Entstanden nach einer Idee von Loriots Advent.


Kerze und Plätzchen mit Spruch

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Schlitten

Es fehlt der Schnee für den Schlitten,
für den Schlitten vom Weihnachtsmann.
Wie kommt er nur durch den dunklen Wald,
durch den dunklen Wald in der Wintermitte?
Das ist doch kinderleicht bitte:
man schraubt Räder unter den Schlitten.

(© M.B. Hermann)

Wer weiss

Ach, so nichts mehr, was mich freut,
sogar die Rosinen im Kuchen sind rar gestreut.
Auch der Tannenbaum steht ganz allein,
ein paar Kerzlein sollten doch bei ihm sein!
Ich steck ihm welche an den Schoss,
wer weiss, vielleicht ist dann an Weihnachten
wieder mal der Bär los.

(© Beat Jan)



Plötzchen mit zwei Kerzlein

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Bild-Text:

Kerzen machen schwitzen,
Kekse machen dicker.

(© M.B. Hermann)

Die Katze und der Weihnachtsmann

Die Katze Schnuri hat sich unter dem Ofen versteckt.
Sie hat Angst vor dem Weihnachtsmann.
Die Ohren gestreckt, die Pfoten geleckt,
den Blick auf den geschmückten Tann.

Der Weihnachtsmann spricht tief:
"Waren auch alle artig, auch das Tier?"
Er meint mich, denkt die Katze und röhrt:
"Ich war besonders artig, hab keinen gestört."

Hi, hi, die Kinder kichern unterm Weihnachtsbaum:
"unsere Katze Schnuri ist der wahre Alptraum.
Sie hockt auf alles drauf und schmaust,
sogar den Sonntagsbraten und die Laus."

Der Weihnachtsmann horcht auf:
"Dann kriegt die Katze nichts obendrauf."
Schnuri denkt: das ist gemein,
und stellt dem Weihnachtsmann ein Bein.

Jetzt liegt er bäuchlings auf dem Boden.
Schnuri hüpft auf ihn drauf und fordert:
"Ich will Gerechtigkeit, sonst bleibst du liegen!"
Der Weihnachtsmann leert seinen Sack
und hüstelt schwach: "geht in Frieden".

(© Milena A.L.)

Die Katze hängt am Baum

Die Katze hängt am Baum,
nein, nicht am Katzenbaum,
am Weihnachtsbaum.
Sie hat die Kugeln baumeln sehen,
das hat sie angemacht,
diese vom Baum zu nehmen.

Ein Sprung, ein Satz
und schon hing sie am Ast.
Dabei hat sie der Kugel einen Schlag verpasst,
diese flog direkt auf Opa's Glatz,
Opa hat sich taumelnd hingesetzt,
derweil fiel die Kugel vom Kopf ins Netz.

Angler Opa hats geschenkt gekriegt,
den ganzen Abend fischte er nach einem Kasten Bier.
Er staunte nicht schlecht als die Kugel wippte,
hin und her in seinem Netz und plötzlich kippte.

Das war des Katzis Zeichen,
sie springt und kriegt die Kugel
zwischen ihre Pfotenreiche.
Was jetzt passierte, kann man sich schenken,
sie rannte mit der Kugel durch Türen,
spielte auf Tischen und Bänken,
sie wirbelte herum und jonglierte,
tanzte dabei Beethovens vierte...

Die Kugel war alsbald dahin,
die Gäste gingen nach Hause,
das war dann doch ein bisschen viel.

(© Monika Minder)

Da raschelt was

Hinter einem Baum im Wald da raschelt was.
Man sieht noch nichts, nur eine Zipfelmütz,
rotweiss mit einer grossen Kugel dran.
Vielleicht ist das der Weihnachtsmann!?
Nur, was macht er hinter diesem Tannenbaum,
hängt er vielleicht schöne buten Lichter an,
oder liegt er gar auf einer Weihnachtsfrau...?

Ach so, der musste mal.

(© Milena A.L.)

Schneeflöcklein

Schneeflöcklein sehen aus wie Regentropfen,
die ihren Fallschirm aufgespannt haben.
Sie können tanzen und ans Fenster klopfen.
Sie sind unbeschreiblich weiss
diese sternförmigen Schneetropfen,
so dass man's fast nicht zu beschreiben weiss.

(© Monika Minder)

Ein Rentier rennt

Ein Rentier rennt, weils Ren-tier heisst.
Manchmal zieht es einen Schlitten.
Dann ist es ein Ziehrentiersschlitten.
Vorne auf dem Schlitten hockt ein Weihnachtsmann.
Jetzt ist es ein Ziehrentierweihnachtsmannschlitten.
Hinten auf dem Schlitten sind die Geschenke.
Was können wir daraus ablenken?
Ziehrentierweihnachtsmanngeschenkeschlitten.

(© Milina A.L.)

Es freut sich wer

Wenn der Tag die Augen schliesst
und die Flocken leis den Garten bedecken,
das Bächlein unterm Eise fliesst,
freut sich der Schneemann in der Ecke.

(© Monika Minder)


lustiger Schneemann mit Hut und Halstuch

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Ringelsocken

Das Herz ist mir froh erschrocken,
als ich geschenkt die bunten Ringelsocken.
Ich dachte so vor mich hin,
doch, doch, Socken machen Sinn.

Die grünen Ringel passen zum Frühling,
die gelben zum Sommerschmetterling.
Zum Herbst mag ich die roten Ringel,
und die weissen, wenn der Weihnachtsmann
wieder klingelt.

Bunte Ringelsocken
froh-rocken.

(© Hanna Schnyders)

Weihnachtsgans

Noch hat die Weihnachtsgans
eine tiefgefrorne Gänsehaut.
Man kann darüber lachen,
doch dafür wurde sie geschlachtet.
Die Traurigkeit am Weihnachtsbaum,
überfällt sogar den Weihnachtsmann.

(© Monika Minder)

Es fegt ein Wind

Es fegt ein Wind ins Nasenloch,
der pfeifft Miau.
Die Katze schläft vor'm Ofenloch,
sie ist schlau.

(© Hanna Schnyders)

Was für ein Geschenk

Man sagt, es wurde uns ein Geschenk gemacht,
mit der Liebe und dem Leben.
Nur an den Frieden wurde nicht gedacht,
und das ist Scheisse eben.
Jetzt müssen wir ihn uns selber backen
mit sieben oder acht Sachen.
Dabei sind wir nur schon überfordert,
wenn ein kleines Feuer am Baum lodert.

(© M. B. Hermann)

Sag jetzt nicht, du bringst mir nichts

Sag jetzt nicht, du bringst mir nichts,
Du grosser Mann mit weissem Haar!
Sonst werd ich wirklich ärgerlich
Und zieh an deinem langen Bart.

(© Monika Minder)

Nun geh zur Ruh

Nun geh zur Ruh!
Es ist schon spät,
Nun träume deinen Traum,
Die Welt ist gut,
Die Nacht ist kurz.
Nun träume deinen Traum
Von Liebeslust
Und Seligkeit
Und freundlichen guten Augen
Träume! Träume
Von allen denen,
Die du liebst,
Damit sie dich
Auch lieben –

(Paul Scheerbart, 1863-1915, deutscher Schriftsteller)

Flacker, flacker, flacker

Flacker, flacker, flacker,
das Kerzlein flacker-flackert.
Locker, locker, locker,
auf seinem Christbaumhocker.

(© Hanna Schnyders)

Der Weihnachtsmann mit der Gitarre

Er trägt ein Bärtchen mit nem Zöpfchen
und überhaupt, dieser Weihnachtsmann
ist nicht wie andere Geschöpfe.
Auf dem Rücken trägt er zwar einen Sack,
aber eine Gitarre lugt auch über den Schaft.
Jetzt zieht er sie hervor:
Habt ihr denn auch ein Lied gelernt? Er lacht:
Jaaaaaa, schreit es aus einem Rohr.
Etwa Stille Nacht?
Jaaaaaa, schreit es wieder aus einem Rohr.
Ach, muss es denn immer so ein langweiliges
Weihnachtslied sein?
Neeeeeein, schreit es erneut aus einem Rohr.
Wie wärs mit Bob Dylan, Adele oder so?
Jaaaaaaaa, und jetzt gehts los.
Der Weihnachtsmann greift in die Saiten
und singt vergnügt und froh:
Knockin on heavens Door...

(© Monika Minder)

Schneeflöcklein

Schneeflöcklein, liebs Flöcklein,
Setz dich auf mein Röcklein.
Setz dich auf das Dächlein
Und aufs kleine Bächlein.

Schneeflöcklein, liebs Flöcklein,
Setz dich auf mein Näslein,
Setz dich auf das Tännlein,
Morgen soll alles weiss sein.

(© Beat Jan)

Es hüpft das Flämmchen

Es hüpft das Flämmchen,
Es dampft das Kännchen,
Es riecht das Plätzchen,
Ich lieb mein Schätzchen.

(© Jo M. Wysser)

Zwei Schlingel unterm Tannenbaum

Unter einem grossen Tannenbaum
Stehen zwei pausbackige Schlingel,
Lugen mit staunenden Gesichtern
In die hellen Weihnachtslichter.

Dort oben gibt es jede Menge zu sehen:
Bunte Lichter, die kommen und gehen,
Sterne aus Goldpapier,
Anhänger aus Getier,
Glänzende Bimmeleien,
Glitzernde Spielereien.

"Davon könnte man doch naschen,
Mach auf deine Taschen!"
Sagt der kleinere Schlingel
Und reisst an einem Glitzerbimmel.

"Das macht man nicht,
Das ist gestohlen.
Du bist ein dummer kleiner Wicht!"
Meint der grössere verstohlen.

"Lass uns erfreuen an den kleinen Dingen
Staunen an den Lichterkerzen!
Lass in den Taschen deine Finger
Weihnachten ist im Herzen!"

Jetzt zieht er doch den Kopf ein bisschen ein,
Der kleine Schlingel.
Er möchte doch ein Guter sein,
Wenigstens an Weihnachten, nicht für immer.

(© Monika Minder)

Weihnachtsmarkt

Man bummelt so mit seinem Hund,
Stollen schmatzt im Mund,
Glitzerschleifen, Kugeln rund,
Bäume schmücken sich gern bunt.
Ah, dort ein Hase in Silberzeugs!
Wie schnell ist Weihnachten
doch wieder vorbei.

(© M. B. Hermann)

Lustige klassische gemeinfreie Weihnachtsgedichte

Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

(Anna Ritter, 1865-1921, deutsche Dichterin, Schriftstellerin)

Christkind im Walde

Christkind kam in den Winterwald,
der Schnee war weiß, der Schnee war kalt.
Doch als das heil'ge Kind erschien,
fing's an, im Winterwald zu blühn.

Christkindlein trat zum Apfelbaum,
erweckt ihn aus dem Wintertraum.
"Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart,
schenk Äpfel mir von aller Art!"

Der Apfelbaum, er rüttelt sich,
der Apfelbaum, er schüttelt sich.
Da regnet's Äpfel ringsumher;
Christkindlein's Taschen wurden schwer.

Die süßen Früchte alle nahm's,
und so zu den Menschen kam's.
Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt,
was euch Christkindlein hat beschert!

(Ernst von Wildenbruch, 1845-1909, deutscher Schriftsteller)

Zum 24. Dezember

Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte -
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch ein richtig Leben heraus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

(Theodor Fontane, 1819-1898, deutscher Schriftsteller, Erzähler und Theaterkritiker)

Der Stern

Hätt einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wär wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
Des Wundersternes von dazumal.

(Wilhelm Busch, 1832–1908, deutscher Zeichner und Dichter)

Ich wünsch mir ein Schaukelpferd

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
Eine Festung und Soldaten
Und eine Rüstung und ein Schwert,
Wie sie die Ritter hatten.

Drei Märchenbücher wünsch' ich mir
Und Farben auch zum Malen
Und Bilderbogen und Papier
Und Gold- und Silberschalen.

Und weisse Tiere auch von Holz
Und farbige von Pappe,
Und einen Helm mit Federn stolz
Und eine Flechtemappe.

Ein Domino, ein Lottospiel,
Ein Kasperletheater,
Auch einen neuen Pinselstiel
Vergiss nicht, lieber Vater!

Auch einen grossen Tannenbaum,
Dran hundert Lichter glänzen,
Mit Marzipan und Zuckerschaum
Und Schokoladenkränzen.

Doch dünkt dies alles euch zu viel,
Und wollt ihr daraus wählen,
So könnte wohl der Pinselstiel
Und auch die Mappe fehlen.

Ein Zelt und sechs Kanonen dann
Und einen neuen Wagen
Und ein Geschirr mit Schellen dran,
Beim Pferdespiel zu tragen.

Ein Perspektiv, ein Zootrop,
Eine magische Laterne,
Ein Brennglas, ein Kaleidoskop -
Dies alles hätt' ich gerne.

Als Hänschen so gesprochen hat,
Sieht man die Eltern lachen:
Was willst du, kleiner Nimmersatt,
Mit all den vielen Sachen?

Wer so viel wünscht, der Vater sprichts:
Bekommt auch nicht ein Achtel -
Der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
In einer Dreierschachtel.

(Heinrich Seidel, 1842-1906, deutscher Schriftsteller, Ingenieur)

Weihnachtslied

O Tannenbaum, o Tannenbaum -
sechs Zweiglein sind dein Alles.
So klein und dürr - man sieht dich kaum;
du hast in einem Stiefel Raum.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, du Sinnbild unsres Dalles!

O Weihnachtsmann, o Weihnachtsmann -
du gehst vorbei ins Weite.
Hast ein zerfetztes Röcklein an,
bringst nichts, was Kinder freuen kann.
OWeihnächtsmann, o Weihnachtsmann,
auch dein Geschäft ist pleite.

O stille Nacht, o heilige Nacht -
in ungeheizter Stube!
Das Christkind hat sich fortgemacht.
Es schläft das Recht, die Feme wacht.
O stille Nacht, o heilige Nacht,
o Wulle und o Kube! +

O Friedensfest, o Liebesfest -
in Not und Angst Millionen!'
Und wer sich's nicht gefallen lässt,
den setzt die Republike fest.
O Friedensfest, o Liebesfest -
meim Rumfutsch oder Bohnen.

O Weihnachtszeit, o selige Zeit -
es hungern selbst die Flöhe. -
Doch ob nach Milch der Säugling schreit,
der Stahlhelmbund steht putschbereit. -
O Weihnachtszeit, o selige Zeit -
Hosianna in der Höhe!

(Erich Mühsam, 1878-1934, deutscher Schriftsteller)

Das Männlein in der Gans

Das Männlein ging spazieren einmal
Auf dem Dach, ei seht doch!
Das Männlein ist hurtig, das Dach ist schmal,
Gib acht, es fällt noch.
Eh' sich's versieht, fällt's vom Dach herunter
Und bricht den Hals nicht, das ist ein Wunder.

Unter dem Dach steht ein Wasserzuber,
Hineinfällt's nicht schlecht;
Da wird es nass über und über,
Ei, das geschieht ihm recht.
Da kommt die Gans gelaufen,
Die wird's Männlein saufen.

Die Gans hat's Männlein 'nuntergeschluckt,
Sie hat einen guten Magen;
Aber das Männlein hat sie doch gedruckt,
Das wollt' ich sagen.
Da schreit die Gans ganz jämmerlich;
Das ist der Köchin ärgerlich.

Die Köchin wetzt das Messer,
Sonst schneidt's ja nicht:
Die Gans schreit so, es ist nicht besser,
Als dass man sie sticht;
Wir wollen sie nehmen und schlachten
Zum Braten auf Weihnachten.

Sie rupft die Gans und nimmt sie aus
Und brät sie,
Aber das Männlein darf nicht 'raus,
Versteht sich.
Die Gans wird eben gebraten;
Was kann's dem Männlein schaden?

Weihnachten kommt die Gans auf den Tisch
Im Pfännlein;
Der Vater tut sie 'raus und zerschneid't sie frisch.
Und das Männlein?
Wie die Gans ist zerschnitten,
Kriecht's Männlein aus der Mitten.

Da springt der Vater vom Tisch auf,
Da wird der Stuhl leer;
Da setzt das Männlein sich drauf
Und macht sich über die Gans her.
Es sagt: »Du hast mich gefressen,
Jetzt will ich dafür dich essen.«

Da isst das Männlein gewaltig drauf los,
Als wären's seiner sieben;
Da essen wir alle dem Männlein zum Trotz,
Da ist nichts übergeblieben
Von der ganzen Gans, als ein Tätzlein,
Das kriegen dort hinten die Kätzlein.

Nichts kriegt die Maus,
Das Märlein ist aus.
Was ist denn das?
Ein Weihnachts-Spaß;
Aufs Neujahr lernst
Du, was?
Den Ernst.

(Friedrich Rückert, 1788-1866, deutscher Dichter, Übersetzer)

Lustige Weihnachtsgedichte für Kinder

Kurz und lang, modern und klassisch, hier gibt es witzige Weihnachtsgedichte und Sprüche für gross und klein.

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Besinnliche und schöne Sprüche mit allgemeinen Weihnachtsgrüssen.

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