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Lange Silvester- und Liebesgedichte von bekannten und klassischen Autoren. Schöne Gebete und Trostgedichte.

Silvester

Mein Fenster öffnet sich um Mitternacht,
Die Glocken dröhnen von den Türmen nieder,
Die Berge leuchten rings in Flammenpracht,
Und aus den dunklen Gassen hallen Lieder.
Will mir der Lärm, will mir der blut'ge Schein
Des nahen Völkerkriegs Erwachen deuten? -
Noch ist die Saat nicht reif. Die Glocken läuten
Dem neuen Jahr. - Wird es ein bessres sein?

Ein neues Jahr, in dem mit blassem Neid
Die Habsucht und die Niedertracht sich messen;
Ein neues Jahr, das nach Vernichtung schreit;
Ein neues Jahr, in dem die Welt vergessen,
Dass sie ein Altar dem lebend'gen Licht;
Ein neues Jahr, des dumpfe Truggewalten
Den Adlerflug des Geistes niederhalten;
Ein neues Jahr! - Ein bessres wird es nicht.

Von Goldgier triefend und von Gaunerei,
Die Weltgeschichte, einer feilen Dirne
Vergleichbar, kränzt mit Weinlaub sich die Stirne,
Und aus der Brust wälzt sich ihr Marktgeschrei:
Herbei, ihr Kinder jeglicher Nation;
An Unterhaltung ist bei mir nicht Mangel.
Im Internationalen Tingeltangel,
Geschminkt und frech, tanz' ich mir selbst zum Hohn.

Den he'ligen Ernst der menschlichen Geschicke
Wandl' ich zur Posse, dass ihr gellend lacht;
Den Freiheitsdurst'gen brech' ich das Genicke,
Damit mein Tempel nicht zusammenkracht.
Ich bin der Friede, meine holden Blicke
Besel'gen euch in ew'ger Liebesnacht;
Wärmt euch an mir und schlaft bei meinem Liede
Sanft und behaglich ein; ich bin der Friede!

Drum segne denn auch für das künft'ge Jahr
Gott euren süssen Schlaf. Das Todesröcheln
Des Bruders auf der Freiheit Blutaltar
Verhallt, wenn meine fleisch'gen Lippen lächeln.
Nur wenn der eigne Geldsack in Gefahr,
Dann tanz' ich mit den schellenlauten Knöcheln
Sofort Alarm, damit euch eure Schergen
Zu den geraubten neue Schätze bergen.

Warum schuf Gott den Erdball rund, warum
Schuf Krupp'sche Eisenwerke er in Essen,
Als dass den Heiden wir mit Christentum
Und Schnaps das Gold aus den Geweiden pressen.
Ein halb Jahrtausend ist das nun schon Mode,
Doch sehr verfeinert hat sich die Methode:
Kauf oder stirb! Wer seines Goldes bar,
Den plagt dann ferner auch kein Missionar.

Ich bin der Friede, meine Schellen läuten,
Sobald des Menschen Herz sich neu belebt,
Und meine Füsse, die den Tod bedeuten,
Zerstampfen, was nach Licht und Freiheit strebt.
Ich bin der Friede, und so wahr ich tanze
Auf Gräbern in elektrisch grellem Glanze,
Es fällt zum Opfer mir das künft'ge Jahr,
Wie das geschiedne mir verfallen war!

So sang die Göttin. Aber Gott sei Dank,
Noch eh sie dirnenhaft von hinnen knixte,
Gewahrt' ich, dass die üpp'ge Diva krank
Und alt, so rot sie sich die Wangen wichste,
Dass schon der Tod ihr selbst die Brust gehöhlt;
Und tausend Bronchien rasselten im Chore:
Der rote Saft sprengt dieses Leichnams Tore,
Eh er noch einmal seine Jahre zählt.

Dann wurden unterird'sche Stimmen laut:
Der Mensch sei nicht zum Knecht vor goldnen Stufen,
Es sei zum Herrscher nicht der Mensch berufen,
Der Mensch sei nur dem Menschen angetraut.
Ein dumpfes Zittern, wie aus Katakomben,
Erschütterte den Boden. Also gleich
Ward jeden Gastes Antlitz kreidebleich:
Bewahr' uns Gott vor Anarchie und Bomben!

Ich aber denke: Eh ein Jahr vergeht,
Vergeht die Kirchhofsruhe. Böse Zeichen
Verkünden einen Krieg, der seinesgleichen
Noch nicht gehabt, solang die Erde steht.
Noch ist die Saat nicht reif, doch wird sie reifen,
Und Habgier gegen Habgier greift zum Schwert;
Es wird der Bruder, seines Bruders wert,
Dem Bruder mörd'risch nach der Kehle greifen.

Die Glocken sind verhallt, verglommen sind
Die Feuerbrände und verstummt die Lieder;
Die alte, ew'ge, blinde Nacht liegt wieder,
Wie sie nur je auf Erden lag, so blind;
Und doch hängt das Geschick an einem Haar
Und lässt sich doch vom Klügsten nicht ergründen.
Wie werden diese Welt wir wiederfinden,
Wenn wir sie wiederfinden, übers Jahr?

(Frank Wedekind 1864-1918, deutscher Schriftsteller, Dramatiker)







Der Tag beginnt

Ja! — es schläft nur — und lebt und erwacht ohne Ende.
Zwinget Mund an Mund, Brust an Brust, Hand an Hände.
Und es schlägt seinen Mantel aus glühendem Rauch und aus Flammen
Ueber zitterndem Fleisch und trunkenen Seelen zusammen
Und es trägt uns empor und es stürzt uns in purpurne Tiefen,
Wo Geschöpfe des Abgrunds in gläsernen Höhlen schliefen,
Und der Atem versagt und wir starr'n mit ertrinkenden Augen,
Wie Wirbel der Wasser die Wonnen uns treiben und saugen
Und es reisst uns hinauf — und da glättet sich jählings die Flut —
Unter blassenden Sternen die zitternde Fläche ruht —
Und wir treiben im Kahn — im sanften, kühlenden Wind
Und der Himmel rötet sich — und der Tag beginnt.

Felicitas Leo, gest. 1916, deutsche Dichterin)

Wegweiser

Zum Wassertrinker bin ich nicht geboren,
Das kann euch meine edle Muse zeigen;
Sie singt beim Wein und fällt in tiefes Schweigen,
Wenn sich der letzte Schluck im Bauch verloren.
Dem Wasser hab ich ew'gen Hass geschworen,
Weil ihm der Zauberdünste keiner eigen,
Die traumschwer aus dem dunklen Becher steigen,
Den ich zum Weiser mir des Wegs erkoren.
Er ist ein gar verständiger Geselle,
Er drängt direkt mich zu des Tempels Schwelle
Und öffnet meinem Blick die dunklen Türen.
Im Taumel tapp ich nach der heiligen Zelle
Und muss des Ortes Weihe nur verspüren,
Dann ist's kein Kunststück mehr, mich zu verführen.

(Frank Wedekind 1864-1918, deutscher Schriftsteller, Dramatiker)







Gerne möcht' ich Lieder singen

Gerne möcht' ich Lieder singen,
So unsterblich wie die Liebe,
Daß der Name der Geliebten
Mit Lied und Lieb' unsterblich bliebe.

Möchte flechten lauter Lieder,
Und zur Kette sie dann fassen,
Und an ihr den holden Namen
In die Zukunft tauchen lassen.

Daß ihr Name späten Tagen
Diene als ein helles Zeichen,
Wenn man spricht von süßen Frauen,
Und von Anmuth sonder Gleichen;

Daß ihr Name dien' in Zukunft,
Um in einem Wort zu sagen,
Wie geliebt und wie verehret
Wir ein Bild im Herzen tragen;

Daß ihr Name sei gepriesen
Von den spät'sten Minne-Dichtern,
Daß ihr Name sei gezählet
Zu der Vorzeit schönsten Lichtern;

Daß man ihren Namen nenne,
Wo man nennen wird den meinen,
Daß der Sarg der dunklen Zukunft
Uns're Namen mög' vereinen!

(Moritz Saphir, 1795-1858, österreichischer Schriftsteller)

Trost

Der Tod kommt bald und sicher,
Hält stets sich in der Näh.
Er ist ein fürchterlicher
Tröster im Erdenweh.
Ich hasse ihn nicht aus Liebe,
Ich liebe ihn heiss aus Hass.
Wenn man unsterblich bliebe,
Wie grauenvoll wäre das!
Des Fressens und Weitergebens
Urewige Wiederkehr
Als höchsten Ertrag des Lebens
Ertrag ich nicht länger mehr.

Frank Wedekind 1864-1918, deutscher Schriftsteller, Dramatiker)

Herr, erweitere mein Herz

Herr, erweitere mein Herz, und fülle es aus mit Liebe, daß mein Inneres kosten möge, wie süß es sei - lieben, in der Liebe zerfließen und schwimmen! Die Liebe halte mich fest, wenn ich vor überströmendem Eifer und Erstaunen über mich hinausgehe. Das Lied der Liebe möchte ich singen und dir, meinem Geliebten, in der Höhe nachwandeln; jubelnd vor Liebe wünscht meine Seele in deinem Lobe aufgelöst zu werden. Lieben möchte ich dich mehr als mich und mich nur um deinetwillen, und alle, die dich lieben, möchte ich in dir lieben, wie es das Gesetz befiehlt, das du lichthell in unsere Seele geschrieben hast.
Die Liebe ist schnell, aufrichtig, fromm, lieblich und angenehm, stark, geduldig, treu, klug, langmüthig, männlich und sucht niemals sich selbst. Sobald jemand sich selbst sucht, verliert er ja die Liebe. Die Liebe ist vorsichtig, demüthig und gerade, nicht weichlich, nicht leichtsinnig, nicht auf eitle Dinge bedacht, nüchtern, keusch, standhaft, ruhig und in allem Sinne wohlbewacht. Die Liebe ist gegen die Obern unterthänig und gehorsam, in ihren eigenen Augen gering und verächtlich, gegen Gott andächtig und dankbar, immer voll Hoffnung und Zuversicht auf ihn, wenn sie auch keinen Geschmack an Gott findet; denn ohne Schmerz lebt sich's nicht in der Schule der Liebe... .

(Thomas von Kempen, 1380-1471, deutscher Mönch und Mystiker)

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