Zeit für Herzlichkeit und jede Menge Liebe.
Mag mich verschenken wie ein Weihnachtsgeschenk
an dich, an dich, du meine grosse Liebe.
Mag für dich die Liebe sein wie's Glück am Goldgehenk.

(© Milena A.L.)

Weihnachtsgedichte und Geschichten zum Schmunzeln

Hier dreht sich alles um die besinnliche Zeit. Sie erhalten schöne Geschichten zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Aber auch lustige Weihnachtsgedichte zum Vortragen und kurze für auf Kartengrüsse.

Ausgerechnet an Weihnachten...

... habe ich mich verliebt. Wie wenn man in dieser Zeit nichts anderes zu tun hätte. Es war im Bus, eine Hand kam von hinten an meinem Kopf vorbei und ein Zettel wurde mir vor die Nase gehalten:

Es liegt doch immer ein Zauber
über den besinnlichen Tagen.
Die Uhren gehen lauter
und die Menschen stellen Fragen:

Gehen Sie mit mir tanzen? Ich suche eine nette Begleitung für eine langweilige Weihnachtsparty.

Ruckartig drehte ich mich um: Tanzen, Begleitung, wieso, warum, jetzt, wo...? Ich war völlig überrumpelt mit der Frage.

"Entschuldigen Sie die Störung. Ich bin Ben." Er reichte mir die Hand zum Gruss. "Marie", sagte ich zaghaft.

"Es ist leider ein Notfall. Eine wichtige geschäftliche Feier, die aber so langweilig sein wird, dass sie nur mit weiblicher Begleitung auszuhalten ist."

Er grinste, und das war wahnsinnig charmant. Ich musste lächeln, und ich musste aussteigen. Mit der Hand zeigte ich auf die Haltestelle. Er nickte und stieg ebenfalls aus:

"Du schuldest mir noch eine Antwort". Wieder dieses Tom-Cruise-Lachen, wie in dem Film dessen Namen mir nicht mehr einfiel.

"Ja, ich tanze gut, und wenn ich nicht singen muss, sage ich ja." Jetzt lachte ich zurück. Er schrieb mir Adresse, Handynummer und Datum auf. "Du bist meine Rettung." Und das meinte er total ernst.

Ich schaute auf den Zettel: "Ups, das ist ja an Weihnachten".

"Ja, leider. Meine Handynummer, falls etwas dazwischen kommt. Was ich natürlich nicht hoffe. Es wäre nämlich sehr sehr schade. Ich weiss, Weihnachten ist Familienzeit. Ich bin aber sicher, wir werden etwas finden, um uns früher davonschleichen zu können. Vielleicht werde ich ohnmächtig oder bekomme einen schlimmen Durchfall oder etwas Ansteckendes."

Wir lachten beide.

Das könnte von mir sein. Meine Ausreden, wenn es um Familie ging, fielen meist ähnlich aus. Ich mag meine Familie, aber den Weihnachts- und Geburtstagszirkus fand ich schon immer unnötig. Also sagte ich Ben zu.

Auf der Party wurden wir nett begrüsst und gleich mit Champagner eingedeckt. Die lange langweilige Rede brachte ans Licht, dass Ben der neue Geschäftsführer einer mir nicht bekannten Firma wurde. Schluck, dachte ich. Das wird wohl nichts mit Abhuschen. Der bisherige Geschäftsführer ging in Pension und nach der Rede in den Alkohol. Wie die meisten Anwesenden. Nach dem Essen spielte eine Musik auf und Ben sagte: "Es wird Zeit, jetzt können wir gehen. Die meisten liegen schon im Koma."

Etwas fragend blickte ich ihn an. So im Sinne von, geht das denn jetzt schon? Ich verwies auf die Tanzfläche und meinte: "Du schuldest mir noch einen Tanz."

Er lächelte, stand auf und fragte galant: "Darf ich bitten?" Und schon flogen wir übers Parkett, und das gar nicht einmal so schlecht. Die Meute stand um uns herum und applaudierte begeistert. Er winkte ab und als die Musik leiser wurde, verteilten die Leute sich wieder. Ich wollte an den Tisch zurück, aber Ben's Hand hielt mich fest:

"Darf ich bitten?" Und schon lag ich in seinen Armen, so nah, dass ich seinen Atem spürte:

"Fröhliche Weihnachten", hauchte er mir ins Ohr und küsste mich auf den Hals. Eine Weile tanzten wir so weiter. Ich genoss einfach nur seine Nähe. Er war mir sympathisch. Sehr sogar. Seine ganze Art und die Offenheit gefielen mir. Sein Charme und überhaupt. Und alles andere war mir gerade ziemlich egal.

Als die Musik pausierte, huschten wir ab. Ben musste sich nicht einmal verabschieden. Die wichtigsten Leute haben sich früh aus dem Staub gemacht. Im Auto fragte er: "Zu dir oder zu mir?" Und wieder sein Lächeln.

"Du bekommst immer alles, was du willst, oder?"

Sein Lächeln wandelte sich in einen ernsteren Gesichtsausdruck, er drehte den Kopf und schaute mir tief in die Augen: "Ich will aber nicht alles, was ich bekommen könnte. Jetzt gerade möchte ich einfach nur mit dir zusammen sein. Mit dir ganz alleine".

Ich neigte mich leicht zu ihm, und wir küssten uns lange: "Zu dir", flüsterte ich, als ich wieder sprechen konnte.

Am anderen Morgen schrieb ich auf einen Zettel:

Es liegt doch immer ein Zauber
über den besinnlichen Tagen,
die so tief gehen, wie all
die ungelösten Fragen.

Fröhliche Weihnachten!


Ben schlief noch. Ein letzter verliebter Blick und weg war ich. Zu Hause gab es einiges zu tun. Denn es gab ja noch einen zweiten Weihnachtsfeiertag. Da würde ich wohl ums Singen nicht herumkommen. Ob ich Ben je wieder sehen würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nach meiner Adresse hat er nicht gefragt. Ein wenig wehmütig wurde ich, als ich das feststellte.

Ich könnte ihn anrufen, seine Nummer habe ich. Am liebsten hätte ich sofort eine Sms gesendet. Die Nacht war himmlisch. Aber, das liess ich ganz schön bleiben.

Als ich nach den Weihnachtsfeiertagen wieder mit dem Bus zur Arbeit fuhr, kam da plötzlich von hinten ein Zettel vor meine Augen. Irgendwie kam mir die Szene bekannt vor:

"Es liegt doch immer ein Zauber
über den besinnlichen Tagen,
und ich wollte dich fragen,
wo du wohnst, wer du bist.
Ich habe dich vermisst.

Und ich habe mich in dich verliebt
...

(© Marie A.H., 23. Juni 2020)

> zu den Weihnachtsgeschichten

Weihnachtsgedichte zum Schmunzeln

Zwei Schlingel in der Küche

Ich steche mal einen Stern aus dem Teig,
lacht der kleine Schlingel mit dem Mehl am Leib.
Zuerst muss man den Teig ausrollen,
Kekse entstehen nicht aus einem Stollen.
Der grosse Schlingel rollt einen flachen Boden aus
und sticht mit der Herzform einen Keks daraus.
Siehst du, so macht man schöne Plätzchen,
dabei lacht er über all seine roten Bäckchen.
Jetzt ich einen Stern, ruft der kleine Schlingel
und drückt die Form in den Teighimmel.
Eins, zwei, drei und noch ein paar ich stech,
und dann schön gereiht aufs Backofenblech,
und schon gehts ab in den Ofen zum backen.
Halt, warte noch mit dem Einpacken,
zuerst kommt noch vom gelben Ei auf ihre Köpfe,
damit sie schön glänzen in den Kekstöpfen.
Der kleine Schlingel streicht mit einem Grinsen
über die Plätzchen mit dem Pinsel:
Gell, meine sind die schönsten?
Ja, klar, sagt der grosse, die schönsten.

(© Monika Minder)

Schlingelwicht

Ich sage nicht, es ist jetzt Weihnachten,
weil Weihnachten immer sein sollte.
Aber das verstehst du noch nicht,
du kleiner Schlingelwicht.

"Doch, ich versteh das schon,"
sagte der kleine Schlingel im harschen Ton.
"Tu nicht immer so mit mir.
Wenn Weihnachten immer sein soll,
sei lieb mit mir."

(© Monika Minder)

> Lustige Schlingel Weihnachtsgeschichte

Geschichten erzählen

hat wichtige Funktionen

Die weihnächtlichen Traditionen sind nicht überall gleich. Geschichten werden aber überall erzählt. Und das ist das Gute. Was wären wir Menschen ohne Geschichten?

Oft erzählen Weihnachtsgeschichten von Hoffnung und Zuversicht, sie vermitteln Perspektiven, machen Mut und lassen uns die dunkle Jahreszeit ein bisschen heller sehen. Jede noch so langweilige Weihnachtsfeier lockert sich, wenn jemand eine witzige Geschichte erzählt. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus dem Leben gegriffen oder eine Fantasiegeschichten ist, ob eine moderne Liebesgeschichte oder traditionelle Weihnachtsgeschichte.

Wir Menschen können das, Geschichten erzählen. Was um uns und mit uns geschieht, wollen wir erzählen. Ob lustig oder ernst, tut es uns gut, wenn wir Erlebtes teilen können. Erzählen erfüllt verschiedene Funktionen. Es dient nicht nur der Unterhaltung, sondern hilft uns beim Erlernen von Empathie, hilft orientieren und hat eine Bedeutung für unsere Identität.

Und ist es nicht gerade eine ethische Pflicht, das Geschichten erzählen? Um im besten Fall bewusst zu werden, zu verstehen, aus der Vergangenheit zu lernen und schreckliche Dinge nicht zu wiederholen.

(© Monika Minder, 24. Juni 2020)

Advent

Es lächeln die Tännlein, die Kerzlein blinken,
leis die ersten Flöcklein herniedersinken.
Auf den kleinen grünen Wipfeln
wachsen langsam weisse Zipfel
und aus den Häuserfenstern spricht
zum dunklen Wald ein warmes Licht.

Im ersten Haus kniet bei Kerzenschimmer
der kleine rotbackige Schlingel.
In dieser kalten Winternacht
hat er sich einen Streich ausgedacht.
Und als das Rehlein ging zur Ruh,
stibitzte er der Eltern ihre Schuh,
stellte sie in die Kälte vor das Haus
und füllte sie mit Wasser aus.

Am Morgen ist alles tiefverschneit,
doch der kleine Schlingel steht schon bereit:
"Der Weihnachtsmann war da!"
Er zeigt auf die Schuh und singt traritrara.
"Er wollte uns eine Freude machen
mit all den guten und süssen Sachen,
aber die Schuhe sind mit Eis gefüllt;
Ich hörte den Hund, er hat laut gebrüllt,
und der Weihnachtsmann ist mit seinem Schlitten
gleich wieder davongeritten."

Die Eltern nicken und lächeln leise:
"Sicher ist er schon wieder auf grosser Reise."

Drinnen in der warmen Stube stehen Plätzchen bereit,
die Katze blinzelt, ein Kerzlein brennt -
es ist Advent.

(© Monika Minder)

Nach einer Idee von Loriot's Advent.

Einsiedlers Heiliger Abend

Ich hab' in den Wehnachtstagen –
Ich weiß auch, warum –
Mir selbst einen Christbaum geschlagen,
Der ist ganz verkrüppelt und krumm.

Ich bohrte ein Loch in die Diele
Und steckte ihn da hinein
Und stellte rings um ihn viele
Flaschen Burgunderwein.

Und zierte, um Baumschmuck und Lichter
Zu sparen, ihn abend noch spät
Mit Löffeln, Gabeln und Trichter
Und anderem blanken Gerät.

Ich kochte zur heiligen Stunde
Mir Erbsensuppe und Speck
Und gab meinem fröhlichen Hunde
Gulasch und litt seinen Dreck.

Und sang aus burgundernder Kehle
Das Pfannenflickerlied.
Und pries mit bewundernder Seele
Alles das, was ich mied.

Es glimmte petroleumbetrunken
Später der Lampendocht.
Ich saß in Gedanken versunken.
Da hat's an der Tür gepocht,

Und pochte wieder und wieder.
Es konnte das Christkind sein.
Und klang's nicht wie Weihnachtslieder?
Ich aber rief nicht: „Herein!”

Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.

(Joachim Ringelnatz, 1883-1934, deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Lustige Weihnachtsgedichte für Kinder

Zum Aufsagen, Vortragen oder Schenken. Schöne besinnliche und witzige Weihnachtsgedichte, Reime und Verse. Gehen auch für Senioren.

Alles Gute zum Geburtstag

Diese Texte passen auch in die besinnliche Zeit. Die Sprüche und Gedichte eignen sich für Kinder und Erwachsene.

Bücher & Geschenk-Tipps

Kamingeschichten für die Weihnachtszeit

Carpe Diem auf Geschenkartikeln

Carpe Diem in Schönschrift als Motiv auf verschiedenen Geschenkartikeln


Dieses zeitlose Motiv mit dem Spruch Carpe Diem von dem römischen Dichter Horaz, gibt es auf vielen verschiedenen Geschenkartikeln und auf Shirts, Pullover und Hoodies.




24.12. aber pünktlich



Eine Sammlung mit tollen Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ausser, dass sie alle am 24.12 spielen. Die Geschichten sind nah an der Realität und dem Erleben von Jugendlichen geschrieben. Mal zum Schmunzeln, mal nachdenklich und völlig kitschlos. Empfehlenswert für Jugendliche ab etwa 13 Jahren und für Erwachsene.

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