Adventskalender, Adventssprüche für jeden Tag

Klassische Weihnachtsabend Gedichte

Besinnliche Gedichte, Verse und Reime zum Heiligabend

Der Weihnachtsabend, auch Heiligabend oder Heiliger Abend genannt ist der 24. Dezember. Viele Menschen feiern an diesem Tag die Geburt Jesu. Hier erhalten Sie schöne besinnliche Gedichte und Verse zum Weihnachtsabend. Klassische und bekannte Weihnachtsabend Gedichte mit schönen Bildsprüchen zum Ausdrucken.

> Moderne Weihnachtsabend Gedichte

Am Weihnachtsabend

Stehst du freundlich wieder offen,
Meiner Kindheit Paradies,
Dass ich unter frohem Hoffen,
In der Jugend Mut verliess? -

Haben Zauberlandes Räume
Hell sich wieder aufgetan,
Schaukeln meine alten Träume
Wieder mich in süssem Wahn?

Giesst der Kerzen muntrer Schimmer
Licht durch meine Lebensnacht,
In der schon seit Jahren nimmer
Ruhesterne mir gelacht?  -

Wär ich niemals doch geschieden
Aus dem engbeschränkten Reich;
Dann wär meiner Seele Frieden
Noch wie damals ewig gleich.

Ach, nun scheinen Weihnachtskerzen
Wie der Fackel düstrer Zug,
Wenn zum Grab gebrochne Herzen
Auf der Bahre hin man trug.  -

Oder wie die Abendröte
Noch den Horizont bemalt,
Wenn sich schon die Nacht erhöhte,
Längst nicht mehr die Sonne strahlt.

Abglanz des verlornen Glückes
Find ich, wo sonst Glückes Spur:
Kenne Gunst des Augenblickes
Diesen bleichen Schatten nur.

Matt versanken kleine Freuden
Vor der Liebe Sonnenglanz. -
Nach der Liebe steht das Scheiden,
Es zerriss mir meinen Kranz.

Flattern auch noch kleine Blüten
Hier und dort mir freundlich zu,
Nehm ich sie wie sie sich bieten;
Doch sie geben keine Ruh.

Leuchtet nur ihr Weihnachtskerzen
Durch die Winternacht so mild,
Also strahlt durch Gram und Schmerzen
Meiner einz’gen Liebe Bild.

(Ida Gräfin Hahn-Hahn, 1805-1880, deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin)

S P R U C H - Z I T A T
Aber unwillkürlich blickt der Mensch in die Zukunft, wie er, wenn er am Fenster steht, zum Himmel blickt, und wie an dem Wölkchen oder Gestirne auftauchen und dahin ziehen, so dämmern in ihr Bilder der Hoffnung auf.

(Ida Gräfin Hahn-Hahn)

Weihnachtsabend

Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
Weihnachten war’s, durch alle Gassen scholl
der Kinder Jubel und des Markts Gebraus.

Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt
feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

Ich schrak empor, und beim Laternenschein
sah ich ein blasses Kinderangesicht;
wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
erkannt ich im Vorübergehen nicht.

Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
„Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn Unterlaß;
doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

Und ich? War’s Ungeschick, war es die Scham,
am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam,
verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

Doch als ich endlich war mit mir allein,
erfaßte mich die Angst im Herzen so,
als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein
und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

(Theodor Storm, 1817-1888, deutscher Jurist, Dichter, Novellist)

Besinnliches Plätzchenbild mit kurzem Spruch - zum Ausdrucken oder Versenden
Weihnachten Bild mit Herzchen Plätzchen und Spruch von Ida Gräfin Hahn-Hahn

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Bild-Text:

Der Funke der Liebe wohnt über der Zeit.

(Ida Gräfin Hahn-Hahn)



Weihnachtsabend

Schwarz stehen die nackten Bäume,
Ich gehe am Holze her,
Der Weihnachtsabend ist dunkel,
Mein Herz ist müde und schwer.

Dünn klingt vom Försterhause
Der Kinder heller Gesang,
Die Christbaumlichter flimmern,
Vom Dorfe kommt Glockenklang.

Ich habe ihn lange vergessen,
Den alten Kindertraum,
Mir klingen nicht die Glocken,
Mir strahlt kein Tannenbaum.

(Hermann Löns, 1866-1914, deutscher Schriftsteller, Journalist)

Weihnachtsabend

Halt meine Hand, ich führ dich gut.
Ich führe dich auf dunklen Wegen
dem Licht entgegen.
Ich führe dich durch dreißig Jahr -
und heut, wie seltsam wunderbar
will sich verschollne Sehnsucht regen!

Kein Laut. Die Violine schweigt.
Dein Auge schaut in finstre Weiten.
In heilige Nacht. Die Sterne gleiten
zu unsern Häuptern hell und klar.
Ich führe dich durch dreißig Jahr -
ach du, die alten Zeiten!

Die heilige Nacht - das war einmal!
das war, eh' unsern einzigen Jungen
der Krieg verschlungen....
Das war, als noch dem heiligen Kind
mit Tannenbaum und Angebind
dein jauchzend Lied erklungen!

Das war - ach du! das Lied der Qual,
dein Lied will keine Seele hören.
In vollen Chören
erschallt der Weihnacht Festchoral.
Halt meine Hand: das war einmal,
und einmal wird es wiederkehren!

Dann blüht für uns die heilige Nacht,
dann wird auch dir der Morgen grauen,
und du wirst schauen .
Und spielen wirst du laut und klar, -
und was wir träumten, das wird wahr.
Halt meine Hand. -

(Clara Müller-Jahnke, 1860-1905, deutsche Dichterin)

Am Weihnachtsabend

Aachen 1814

Willkommen, trautes Dämmerlicht!
Willkommen, Mondenschein!
Ihr bleibt getreu, verlaßt mich nicht,
Sonst bin ich ganz allein.

»Wie magst du klagen undankbar,
Und merkst nicht was geschieht,
Und grüßest nicht das Friedensjahr,
Das heute frisch erblüht?

Es ist ja frohe Weihnachtszeit,
Engleins- und Kindleins Lust;
Verbanne Streit und Herzeleid
Nur schnell aus deiner Brust.«

Das ist es ja, das ist es ja,
Das einzig, was mich quält;
Wol denk ich, was vordem geschah
Und was mir heute fehlt.

Nicht mag ich zu dem hellen Stern,
Nicht auf zum Himmel schau'n,
Es ziehet mich in weite Fern'
Wol fort nach andern Au'n.

Zu meinem Hof, zu meinem Haus,
Zu ihr, der keine gleicht,
Die Gabe mir und Blumenstrauß
Zum Feste sonst gereicht.

O Hausfrau, schön und fromm und mild,
Die jede Tugend schmückt,
Und du, mein Muttergottesbild,
Nach dem sie sinnend blickt,

Und du, viel süßes, liebes Kind,
Das uns der Herr geschenkt,
Das, wie die Mutter still gesinnt,
Des fernen Wand'rers denkt.

Ich grüß euch, ihr geliebten Drei,
Dich grüß ich, kleine Welt,
In der mein Herz und meine Treu
Sich gar zu wohl gefällt.

Wie krank ich bin und einsam hier,
Mir träumt vom Wiedersehn,
Von unserm Haus, – da wollen wir
Noch manches Fest begehn.

Willkommen, süße Weihnachtslust,
O wunderbarer Schein!
Vom Himmel zeuch in meine Brust
Und nimm sie gänzlich ein.

(Max von Schenkendorf, 1783-1817, deutscher Dichter)



Weihnachtsabend

An die hellen Fenster kommt er gegangen
Und schaut in des Zimmers Raum;
Die Kinder alle tanzten und sangen
Um den brennenden Weihnachtsbaum.

Da pocht ihm das Herz, dass es will zerspringen;
"Oh", ruft er, "lasst mich hinein!
Was Frommes, was Fröhliches will ich euch singen
Zu dem hellen Kerzenschein."

Und die Kinder kommen, die Kinder ziehen
Zur Schwelle den nächtlichen Gast;
Still grüssen die Alten, die Jungen umknien
Ihn scheu in geschäftiger Hast.

Und er singt: "Weit glänzen da draussen die Lande
Und locken den Knaben hinaus;
Mit klopfender Brust, im Reisegewande
Verlässt er das Vaterhaus.

Da trägt ihn des Lebens breitere Welle –
Wie war so weit die Welt!
Und es findet sich mancher gute Geselle,
Der's treulich mit ihm hält.

Tief bräunt ihm die Sonne die Blüte der Wangen,
Und der Bart umsprosset das Kinn;
Den Knaben, der blond in die Welt gegangen,
Wohl nimmer erkennet ihr ihn.

Aus goldenen und aus blauen Reben
Es mundet ihm jeder Wein;
Und dreister greift er in das Leben
Und in die Saiten ein.

Und für manche Dirne mit schwarzen Locken
Im Herzen findet er Raum; –
Da klingen durch das Land die Glocken,
Ihm war's wie ein alter Traum.

Wohin er kam, die Kinder sangen,
Die Kinder weit und breit;
Die Kerzen brannten, die Stimmlein klangen,
Das war die Weihnachtszeit.

Da fühlte er, dass er ein Mann geworden;
Hier gehörte er nicht dazu.
Hinter den blauen Bergen im Norden
Liess ihm die Heimat nicht Ruh.

An die hellen Fenster kam er gegangen
Und schaut' in des Zimmers Raum;
Die Schwestern und Brüder tanzten und sangen
Um den brennenden Weihnachtsbaum." –

Da war es, als würden lebendig die Lieder
Und nahe, der eben noch fern;
Sie blicken ihn an und blicken wieder;
Schon haben ihn alle so gern.

Nicht länger kann er das Herz bezwingen,
Er breitet die Arme aus:
"Oh, schliesset mich ein in das Preisen und Singen,
Ich bin ja der Sohn vom Haus!"

(Theodor Storm, 1817-1888, deutscher Jurist, Dichter, Novellist)

Weihnachtsabend

Schwarz stehen die nackten Bäume,
Ich gehe am Holze her,
Der Weihnachtsabend ist dunkel,
Mein Herz ist müde und schwer.

Dünn klingt vom Försterhause
Der Kinder heller Gesang,
Die Christbaumlichter flimmern,
Vom Dorfe kommt Glockenklang.

Ich habe ihn lange vergessen,
Den alten Kindertraum,
Mir klingen nicht die Glocken,
Mir strahlt kein Tannenbaum.

(Hermann Löns, 1866-1914, deutscher Schriftsteller, Journalist)



Heiliger Abend

Der Pfarrturm, der alte, treu hält er die Wacht.
Nun singt er den Gruss der heiligen Nacht;
aber das Läuten, du hörst es kaum,
zu viel Lärmen ist sonst im Raum.
Auf dem Marktplatze jetzt um den Brunnen herum,
was ist doch da für ein Gesumm,
und tönt in allen Gassen aus
und in den Gassen in jedes Haus;
denn ach, des Weihnachtsbaumes Geflimmer,
die höchste Lust, blüht ja im Zimmer!

Noch stellt dem Heiligsten sich vor
die Zimmertür als Himmelstor;
wie stürmen sie im dichten Wall
dagegen an, die Sel'gen all!

Fasst ihr's ihr Kinder gross und klein?
Minuten noch, dann geht's hinein!
Und drin wird's heller, heller, heller -
horch, klapperte das nicht wie Teller?
Und roter werden noch die Backen -
ich glaub, das klang wie Nüsseknacken!
Da huschte ein Schatten vors Schlüsselloch:
"Ach lieber Papa, nun öffne doch!"
"So ungeduldig?" "Ach, Väterchen, nein,
ich mein' ja nur so! ..." "Nun, Völkchen, herein!"

Da quillt aus offnem Gnadentor
ein Strom von goldenem Licht hervor.
Im Jubel bebt der Fuss zurück,
weit auf das Auge, dann schliesst sich's vor Glück,
lässt blinzelnd nun und Schein auf Schein
nur fünkchenweise Licht herein;
dann öffnet sich's wie's nur kann, so weit -
hinein denn in die Seligkeit! ...

Dort stehen die Alten Arm in Arm
und lächeln auf den Bienenschwarm,
wie um den Tisch in wilder Flucht
ein jedes nach seinem Honig sucht.
Das ist ein Gucken, Fragen, Lachen.
Erstaunen und Gesichtermachen,
denn, was ein jeder Platz enthält,
aufblüht's zu einer Wunderwelt
und wandelt Pfefferkuchenduft
zu Fee und Kobold in der Luft.

Die Braune dort, gibt sie nicht schon
der Puppe mütterlich Lektion?
Die Andre mit der Kleinen da,
fühlt sie sich nicht als Grossmama?
Doch du, du Bürschlein, blond und wild,
bist meiner Kindheit Ebenbild;
ich weiss, von Reisen unerhört
kommst eben du auf dem Schaukelpferd,
und wie du das Gewehr genommen,
mögen nur die Franzosen kommen!
Wie du, führt ich die Zinnsoldaten
zu ungeahnten Heldentaten,
hab mit dem Holzschwert, wie du heut,
einst manches Land vom Tyrannen befreit
wie du, mit der Knallpistole jetzt
den Drachen Todesschüsse versetzt.

Bursch, wie's mich selig übertaut!
Ich glaub, ich steck in deiner Haut,
weiss wieder, als hätt' ich mich nie geirrt
wie hold die Zukunft blühen wird,
weiss, wie ich einst aus dem Verstecke
die Tugend ruf, die Sünder schrecke,
und Taten dabei vollführe, Taten,
wie keinem Helden sie je geraten,
daneben aber als grosser Mann
Besuche mit Kuchen traktieren kann,
bis, wie die Bleient' um den Magnet,
um meinen Willen die Welt sich dreht,
bis niemand, als Papa allein,
mir reden darf ein Wörtchen drein,
bis ich, der glücklichste Mann der Erde,
Konditor oder König werde! ...

Doch schweigend sehn in guter Ruh
die Alten all dem Treiben zu,
denn keusch aus der Vergangenheit
grüsst sie die eigne Kinderzeit.
Die Hände, die einst sie bedacht,
die Augen, die einst sie bewacht,
sie tauchen bei der kleinen Lust
wehmütig auf in ihrer Brust,
und was noch Ausweg sucht im Wort,
nach innen bald spinnt's weiter fort.
Doch auch der Kleinen Freudenbraus
klingt nun in leises Summen aus,
wie Lerchentriller leiser wird,
je näher er dem Himmel schwirrt.

Und feierlich durchweht den Raum
dein Duft, du lieber Tannenbaum,
der du, wenn's draussen kahl und wüst,
wie Hoffnung in der Trauer glühst.
Aus jeder Lichterblume blüht
Ein Fünkchen Frieden ins Gemüt.
Du machst das Leben ja zum Traum,
den Traum zum Leben, Weihnachtsbaum,
gibst Glück dem, der's verlor, zurück,
Glück des Beglückens, reinstes Glück.

(Ferdinand Avenarius, 1856-1923, deutscher Dichter)



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